Pause

Pause - What does Science say?

Die Pause ist ein professionsübergreifender Bestandteil jeder Arbeit. Doch wie wichtig ist sie wirklich? Wie sollte Sie im Optimalfall aussehen? Im folgenden stellen wir aktuelle Forschungsergebnisse dar.

Der 2016 erschienene Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) untersuchte die physische Gesundheit in der Arbeitswelt metaanalytisch. Es wurden insgesamt k = 157 Studien einbezogen, welche in einer Gesamtstichprobe von N = 87.891 Personen resultierte. Im folgenden werden die wichtigsten Erkenntnisse dargestellt.

Im Bereich der körperlichen Gesundheit konnte festgestellt werden, dass Arbeitspausen Muskel-Skelett-Beschwerden reduzieren und diesen vorbeugen. Außerdem können durch Pausen psychosomatische Schmerzen reduziert werden. Auch physiologischen Destabilisierungsprozessen wird durch Pausen vorgebeugt.

Wie zu erwarten wird das subjektive Wohlbefinden durch Pausen positiv beeinflusst. Denn das Müdigkeits- und Erschöpfungserleben wird durch Pausen verringert. Zusätzlich kann einer negativen Stimmungslage durch Pausen entgegnet werden. Es gibt jedoch nur kleine Effekte hinsichtlich der Wirkung von Pausen auf ein verbessertes Wohlbefinden. Es wurden Hinweise gefunden, welche zeigen, dass eine additive Verlängerung der Gesamtpausendauer durch Kurzpausen die Effekte der Arbeitspause verringern.

Untersuchungsergebnisse zu Kurzpausen zeigen, dass diese die Arbeitsleistung erhöhen und den Verlust an Arbeitszeit durch die höhere Leistungsfähigkeit kompensieren.
Es zeigte sich ebenfalls, dass bei berufliche Tätigkeiten, welche physische und psychische Anforderungen kombiniert aufweisen, die Pause insbesondere dann einen förderlicheren Effekt auf das Befinden zeigt.

Zu Effekten zeitlicher Freiheitsgrade bei der Pausengestaltung gibt es wenig Evidenzen. Es scheint, dass die Freiheiten bei der Pausendauer zu weniger Beschwerden im Schulter-Rücken-Bereich führen. Es wurden jedoch auch Hinweise gefunden, welche einen positiven Effekt von fremdorganisierten Pausen auf den Affekt zeigten.

Aktivpausen zeigten insbesondere bei sitzenden Tätigkeiten einen positiven Einfluss auf Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems. Insgesamt wurden jedoch keine großen Unterschiede zwischen Aktiv- und normalen Pausen gefunden. Auch zwischen Aktiv- und Entspannungspausen wurden keine Unterschiede gefunden.

Der Untersuchungsgegenastand des Pausenortes zeigte, dass Pausen in der Natur mit einem höheren Effekt auf das Wohlbefinden aufweisen. Außerdem wird die subjektive Erholung durch die physische Entfernung vom Arbeitsplatz gefördert. Auch ein separater Pausenraum hat positiven Einfluss auf die Mitarbeiterbindung.

Die Untersuchung der Pausenprozesse zeigte, dass der Erholungswert durch eine erlebte Distanzierung von der Arbeitswelt steigt. Eine erfolgreiche kognitive Distanzierung von der Arbeit hat einen positiven Effekt auf das Befinden.

Zum Napp, also einer kurzen Schlafphase von ca. 20 Minuten, wurden die meisten Untersuchungen im Kontext der Nachtarbeit durchgeführt. Es zeigt sich, dass der Kurzschlaf insbesondere bei Nachtarbeit positive Effekte auf die Gesundheit, gemessen an objektiven physiologischen Parametern, hat. Der Mittagsschlaf hat einen signifikanten positiven Effekt auf die Arbeitsleistung.

Abschließend sei noch ein wichtiges Untersuchungsergebnis genannt. Die wahrgenommene Autonomie in der Pausengestaltung ist ein wichtiges Kriterium für die positive Wirkung der Pause. Der Mitarbeiter sollte die Pause nach belieben gestalten können und nicht erreichbar sein müssen oder zu einer kollektiven Pause gezwungen werden, damit die Pause die intendierte Erholung erzielt.

Wie sollte Ihre Pause nun aussehen?
Erstmal ist es wichtig, dass Sie die Pause gestalten können wie Sie möchten. Am besten distanzieren Sie sich räumlich von ihrem Arbeitsplatz, um sich auch mental distanzieren zu können. Versuchen Sie sich mit Kollegen zu umgeben, die nicht nur über die Arbeit reden oder verbringen Sie die Pause allein, vielleicht mit einem Spaziergang im anliegenden Waldstück? Gestalten sie Ihre Pause ganz nach Ihrem Geschmack und genießen Sie das in vollen Zügen, denn die Wissenschaft zeigt, dass dies für den Arbeitgeber aus Leistungsperspektive und insbesondere für Sie aus physischer und psychischer Perspektive eine Vielzahl an Vorteilen birgt.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß in der nächsten, wohlverdienten Pause!

 

Quelle:

Wendsche, J., & Lohmann-Haislah, A. (2016). Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt. https://doi.org/10.21934/baua:bericht20160713/3b

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